20.11.11

An autumn poem by Max Dauthendey


The ravens scream their wounded cry;
of night and need they prophecy.
Frost has surrounded every door;
hunger’s dog barks out there for more.
We hold each other ever more tightly;
for sake of kissing we’ve spoken only lightly.
The larks have sung themselves to death,
and clouds have shooed summer with their breath.
Your head, cradled here in my arm,
no longer knows this earth ... without alarm.

– Max Dauthendey (1867-1918)

Translated from German by Johannes Beilharz.
English translation © by Johannes Beilharz 2011.
The German original of 1905 is here.

19.11.11

Herbstliches von Max Dauthendey

Die Raben schreien wie verwundet
und prophezeien Nacht und Not.
Der Frost hat jede Tür umstellt
und der Hungerhund bellt.
Wir halten uns immer enger umschlungen,
im Küssen fanden wir noch kein Wort,
die Lerchen haben sich tot gesungen
und Wolken wälzten den Sommer fort.
Doch Dein Haupt, das in meinem Arm sich wiegt,
weiß nicht mehr, wo die Erde liegt.

– Max Dauthendey (1867-1918)

Entnommen der Anthologie Die Ernte aus acht Jahrhunderten deutscher Lyrik, gesammelt von Will Vesper, Langewiesche-Brandt, Ebenhausen bei München 1906. Dieses Gedicht entstammt dem Band Die ewige Hochzeit von 1905, war also zur Zeit der Herausgabe der Anthologie erst seit einem Jahr veröffentlicht.

Biografisches