A blog dedicated to literature in its multivarious forms and to other forms of art (visual, film, photography)
27.1.26
Zitat des Tages / Leonard Cohen
23.1.26
Zitat des Tages / Dick Gallup
Ein grüner Hummer sagt seine Gebete
– Dick Gallup
Im Original:
A green lobster is saying his prayers
Aus dem Englischen übersetzt von Johannes Beilharz. Das Zitat stammt aus dem Gedicht Pretty Beads aus: Dick Gallup, Where I Hang My Hat, Harper & Row, New York, 1970. Über Dick Gallup (englisch).
1.1.25
Robert Creeley: Du
die Zeit, viele Dinge,
für die man jemand
braucht, der einem die Hand hält.
Stolpere nicht im Dunkeln. Geh
weiter. Das ist Leben.
– Robert Creeley
Titel des Originals: You. Aus: Robert Creeley, A Day Book, Scribner’s, 1972
30.7.24
Zwei minimalistische Gedichte von Aram Saroyan
I.
II.
esstc.
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Johannes Beilharz. Diese winzigen Gedichte sind Bestandteil der Sammlung Electric Poems von 1972, die in den Complete Minimal Poems (Ugly Duckling Presse, 2013) enthalten ist.
2.6.24
José Moreno Villa / Die Wahrheit
Die
Wahrheit
Für mich gibt es eine Zeile am
Himmel.
Ich sehe sie, ich schaue sie an;
ich kann sie nicht übersetzen,
sie ist verschlüsselt.
Ich verstehe sie mit meinem ganzen Körper;
aussprechen kann ich sie nicht.
– José Moreno Villa
Aus dem Spanischen übersetzt von Johannes Beilharz (© 2024). Aus: Diez siglos de poesía castellana, Hrsg. Vicente Gaos, Madrid 1975.
Der spanische Dichter, Übersetzer, Essayist und Maler José Moreno Villa (geb.
1884 in Málaga, gest. 1955 in Mexiko) studierte Chemie in Freiburg im Breisgau,
dann Geschichte in Madrid. Er arbeitete in Madrid als Bibliothekar und später
als Archivar. Nach Ausbruch des Bürgerkriegs übersiedelte er in die USA und
später nach Mexiko. Er war Mitglied der Dichtergruppe Generación del 27, zu der u.a. auch Federico García Lorca, Rafael
Alberti, Jorge Guillén and Vicente Aleixandre gehörten.
Spanisches Original:
La
verdad
Un renglón hay en el cielo
para mí.
Lo veo, lo estoy mirando;
no lo puedo traducir,
es cifrado.
Lo entiendo con todo el cuerpo;
no
sé hablarlo.
–
José Moreno Villa
8.1.22
José Antonio Labordeta - Aragón (1977)
24.5.20
Arrhythmie – ein Mikrogedicht von Ajo
Arrhythmie
Aritmia
7.5.20
Ezra Pound - Alba
Alba
Kühl wie die bleichen nassen BlätterTranslated by Johannes Beilharz (© 2020)
Note on this translation
There is a previous translation by Eva Hesse that is quoted on the Internet. She translated the word leaves as Blüten (blossoms, flowers). It seems unlikely that Ezra Pound did not know the difference between leaves and flowers, i.e. he did not require correction in German. Granted, white (the color of the flowers of lily of the valley) is paler than green (the color of the leaves), but the shape of the leaves (longish and flared) is more like the body of a woman than the flowers, which are bell-shaped (hence the German name Maiglöckchen) and round. Unless Pound really found a whitish, bell-shaped round woman by his side on that poetic morning...
– Johannes Beilharz
29.3.19
W. S. Merwin – Es ist März
Es ist März
Es ist März und schwarzer Staub fällt aus den BüchernBald werde ich weg sein
Der große Geist der hier gelebt hat
Ist schon gegangen
Auf den Alleen liegt der farblose Faden unter
Alten Preisen
Wenn du zurückschaust ist da immer die Vergangenheit
Selbst wenn sie verschwunden ist
Aber wenn du nach vorne schaust
Mit deinen schmutzigen Knöcheln und dem flügellosen
Vogel auf der Schulter
Was kannst du da schreiben?
Die Bitterkeit steigt in den alten Minen immer noch hoch
Die Faust kommt aus dem Ei
Die Thermometer aus den Mündern der Leichen
In einer bestimmten Höhe
Sind die Schwänze der Drachen einen Augenblick lang
Von Fußschritten bedeckt
Was immer ich zu tun habe hat noch nicht begonnen
(It Is March, 1964)
Deutsche Übertragung von Johannes Beilharz zu Ehren des amerikanischen Dichters W. S. Merwin, am 15.3.2019 im Alter von 91 Jahren verstorben.
11.1.19
Alles, was fliegt...
8.1.19
Übersetzungen in Arbeit
Sie werden irgendwann in nächster Zeit hier und anderswo auftauchen.
17.9.17
Zum Tode von John Ashbery
Zu Ehren des am 3.9.2017 verstorbenen großen amerikanischen Dichters John Asbhery erschien im Feuilleton von Fixpoetry das Gedicht Five Pedantic Pieces in Übersetzung von Johannes Beilharz und Originaltext. Da es Fixpoetry inzwischen nicht mehr gibt, wird die Übersetzung hier wiedergegeben.
John Ashbery
Fünf pedantische Stücke
Eine Idee, die ich hatte und über die ich redete,
Wurde zu den Dingen, die ich tue.
Das Gedicht dieser Dinge nimmt sie auseinander,
Und ich zittere. Karger Winter, weniger verwundbar
Als der entleerte Sommer, die Nester der Worte.
Einige Stämme glauben, daß der Geist
Den abgeschnittenen Hand- und Zehennägeln innewohnt.
Sie sammeln ihre Toten eilig ein,
Bei Sonnenuntergang. Und dies wird
Einst ein vergessener Tag von vor drei Jahren sein:
Erstaunlicher Beweis für das Licht nach dem Tode.
Ein anderer Mensch. Die gelbe Backsteinmauer
Den ganzen Nachmittag über tiefer, stumpfer
Und eine Walzer singende Stimme, sentimentalen
Krimskrams fabrizierend -- Chaos, das er aushecken würde.
Und das kleine Hotel sah ordentlich aus
Und gut beleuchtet, im Dunkeln, auf dem flachen
Strand hinter den Brechern, steif, harmlos.
Und dich überrascht es, daß so etwas nicht sehr
Stabiles stehen bleibt, gefangen in unserem Mummenschanz.
Five Pedantic Pieces
(aus: John Ashbery, As We Know, 1979)
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Johannes Beilharz
15.5.17
Paul Eluard: Ich liebe dich
Ich liebe dich für alle Frauen, die ich nicht gekannt habe
Ich liebe dich für alle Zeiten, die ich nicht gelebt habe
Für den Geruch des weiten Meers und den Geruch des warmen Brots
Für den schmelzenden Schnee, für die ersten Blumen
Für die unschuldigen Tiere, die der Mensch nicht erschreckt
Ich liebe dich um zu lieben
Ich liebe dich für alle Frauen, die ich nicht liebe
Wer spiegelt mich besser als du, ich sehe mich so wenig
Ohne dich sehe ich nichts als eine wüste Weite
Zwischen einst und heute
Da sind alle diese Tode, die ich auf Stroh überwand
Ich konnte die Mauer meines Spiegels nicht durchbrechen
Ich musste das Leben Wort für Wort erlernen
Wie man vergisst
Ich liebe dich für die Klugheit, die nicht meine ist
Für die Gesundheit
Ich liebe dich gegen alles, was nur Illusion ist
Für dieses unsterbliche Herz, das nicht mir gehört
Du glaubst Zweifel zu sein und bist doch nur Vernunft
Du bist die große Sonne, die mir in den Kopf steigt
Wenn ich mir meiner sicher bin.
– Paul Eluard
(Übersetzung aus dem Französischen von Johannes Beilharz. Die Vorlage stammt aus Le phénix, 1951)
4.7.16
Zu Ehren von Yves Bonnefoy
Das Gedicht Delphes du second jour in deutscher Übersetzung von Johannes Beilharz zu Ehren des am 1. Juli 2016 verstorbenen französischen Dichters Yves Bonnefoy erschien ursprünglich bei FixPoetry, das es inzwischen leider nicht mehr gibt..
Yves Bonnefoy
Delphi, zweiter Tag
Hier willigt die ängstliche Stimme ein,
Den
einfachen Stein zu lieben,
Die
Bodenplatten, die die Zeit unterwirft und erlöst,
Den
Olivenbaum, dessen Kraft den Geschmack trockenen Steins hat.
Die
Schritte an ihrem wahren Ort. Die ängstliche Stimme
Glücklich
unter den Felsen der Stille,
Und
das Unendliche, das unbestimmte Responsorium
Von
Kuhglocken, Ufer oder Tod. Kein Erschrecken
Vor
deinem hellen Abgrund, Delphi am zweiten Tag.
(Delphes du second jour)
Aus dem Französischen von Johannes Beilharz. Das Original stammt aus: Yves Bonnefoy, Hier régnant désert, 1959.
Zu Ehren von Yves Bonnefoy, geboren am 24. Juni 1923 und verstorben am 1. Juli 2016.
12.5.16
Ein Haiku von Hiroshi Taniuchi
vergessen, dann wird sie
das Jetzt.
– Hiroshi Taniuchi
(ins Deutsche übersetzt von Johannes Beilharz)
24.4.16
Ezra Pound, Harry Mathews, César Vallejo, Amy Newman
Gedichtübersetzungen, die 2016 bei Cross Over im Feuilleton von FixPoetry erschienen.
Die Rubrik wurde herausgegeben und übersetzt von Johannes Beilharz.
18.4.16
Ein Haiku von Hiroshi Taniuchi
Das Bedauern hat
an meine Tür geklopft – ein
Mal, das ist sicher
– Hiroshi Taniuchi
(deutsche Übersetzung von Johannes Beilharz mit freundlicher Genehmigung des Autors)
26.2.16
Oliverio Girondo, Städtische Erscheinung
Fiel er vom Himmel?
Er war umgeben von Lärm,
verwundet,
schwer verletzt,
unbeweglich,
schweigend,
in die Knie gegangen vor dem Abend,
vor dem Unausweichlichen,
die Adern haftend
am Grauen,
am Asphalt,
mit seinem gefallenen Scheitel,
mit seinen Heiligenaugen,
ganz, ganz nackt,
fast blau vor so viel Weiß.
Sie redeten von einem Pferd.
Ich glaube, es war ein Engel.
(Aparición urbana)
Aus dem Spanischen übersetzt von Johannes Beilharz. Das Original wurde 1942 in dem Gedichtband Persuasión de los días veröffentlicht.
Der Dichter Oliverio Girondo (1891 Buenos Aires – 1967 ebenda) gehörte, wie die meisten seiner großen argentinischen Zeitgenossen, in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts zum Kreis um die literarische Zeitschrift Martín Fierro – u.a. erschien dort sein surrealistisches Manifest – und blieb unter ihnen den Idealen der argentinischen Avantgarde am meisten treu. Seine Dichtung, die sich durch gewagte Tropen, seltsame Rhythmen, Sprachspielereien, Humor und Ironie auszeichnet, wurde als Abenteuer der Sprache beschrieben. Im Alltäglichen sah er eine bewundernswerte und bescheidene Manifestation des Absurden.
Internationale Lyrik in deutscher Übersetzung
5.2.16
Fathieh Saudi, José Juan Tablada, Pierre Reverdy, Sidney Goldfarb
Gedichtübersetzungen von Johannes Beilharz, die 2016 bei Cross Over im Feuilleton von FixPoetry erschienen.




