1.2.07

Braunfelds Weisheit Nr. 2

Einer der treuesten - vielleicht der einzige - Leser dieses Blogs meldet sich mit einer Art Sonett zurück. Auf Deutsch zu meiner großen Überraschung. Wie er auch plötzlich seinen Namen anders schreibt (siehe früherer Post unter "Brownfeld"). Bisher ist es mir nicht gelungen, ihm Details über sich selbst zu entlocken. Derartige Fragen in meinen Mails übergeht er kommentarlos.

Streng links und zehnsilbig angeordnet

Ach wie war einst die Lyrik wohlgeord-
net! Kündete von innerstem Gefühl
des Verfassers und Reime fielen vor-
hersagbar wie Regen in den Tropen.

Und seither? Viel hat sich in den Köpfen
getan, alte Rezeptoren sterben
aus, Junge zwischen Echtem, Gefälschtem
und Imitat sind nachgerückt, es wird

gemeint, geklüngelt, ausgeschlossen wie
zuvor. Nur anders. Man eifert nach, man
glaubt sich abgesetzt, erobert neue
Themen, Generationsgefühle:

Hilft alles nix, es ist der gleiche Käs
in etwas abgewandeltem Gehäs.

- Arthur Braunfeld

1 comment:

sparsh said...

Ich würde annehmen, dass Braunfeld bzw. Brownfeld aus dem südwestdeutschen Raum kommen muss, und zwar wegen dem "Gehäs".