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17.1.16

Das oh so poetische Haiku

Weiße Schrift auf weiß.
Schwarze Schrift auf schwarz. Na, wer
das nun lesen soll.

– Iself (© 2016)

Auslöser dieses Haiku war ein Gedicht, in dem der Autor es wohl als besonders poetisch empfand, wenn etwas weiß auf weiß geschrieben wird. Hat sicher etwas mit dem Mysterium der Nichtlesbarkeit zu tun. Ihr wisst schon ... zwischen den Zeilen lesen. Nur dass in diesem Fall nicht einmal Zeilen da sind. Es lebe der Gefühlskitsch aktueller deutscher Internet-Poesie.

18.3.15

Pour une poésie hors d’haleine

(P. de Celan, Le malheur de la poésie contemporaine allemande)


I

Du schlichst dich davon ohne ein Sterbenswort
und ließest mich allein in meinen Schwanenplüschhausschuhen.
Der Himmel war weiß, so weiß.

Und morgen kommst du todsicher wieder ohne Sterbensworte
und unter blassem Himmel.

Vor Wochen hast du mich einmal angeschrien mit
Donnerwetter unter einem schwarzgelben Himmel mit Blitzen


II

Hör auf mit deinen hingehauchten Sterbenswörtchen!
Lebensworte will ich hören,

Lebensworte, Schreie, Flüche, Gelächter
auf einer mit Füßen betretenen Erde unter einem Himmel,
der so ist wie er ist.

– Johannes Beilharz (© 2016)