24.4.26

Louis Untermeyer / Ende der Komödie

 


Ende der Komödie

Elf Uhr, und der Vorhang fällt.
Der kalte Wind zerreißt die Strähnen der Illusion;
Die zarte Musik geht unter
Im Lärm der nach Hause strömenden Menschenmenge
Und einer Mitternachtszeitung.

Die Nacht ist martialisch geworden;
Sie begegnet uns mit Schlägen und Unheil.
Selbst die Sterne sind zu Granatsplittern geworden,
Fixiert in stillen Explosionen.
Und hier vor unserer Tür
Liegt das Mondlicht
Wie ein gezücktes Schwert.

Louis Untermeyer (1885-1977)

Aus dem Englischen von Johannes Beilharz (© 2026). Das Original dieses Gedichts (End of the Comedy) wurde 1919 in der amerikanischen Zeitschrift Poetry (Band XV, Nr. 11) veröffentlicht – siehe Abbildung der Umschlagseite oben.